Komet 21P/Giacobini-Zinner

Foto des Monats September 2018

Komet 21P/Giacobini-Zinner

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Komet 21P/Giacobini-Zinner

21P/Giacobini-Zinner ist ein kurzperiodischer Komet, der am 20. Dezember 1900 von Michel Giacobini entdeckt wurde. Seine Bahn wurde berechnet und sein Wiederkehren für 1907 vorausgesagt. Er konnte aber nicht wieder beobachtet werden. Am 23. Oktober 1913 entdeckte hingegen Ernst Zinner einen neuen, unbekannten Kometen, wie er meinte. Es stellte sich bei näherer Untersuchung allerdings heraus, dass es sich um den Kometen von Giacobini handeln musste. Der Komet trägt seitdem die Namen seiner beiden Entdecker.

21P/Giacobini-Zinner besitzt eine elliptische Umlaufbahn um die Sonne, deren sonnennächster Punkt (Perihel) nur knapp außerhalb der Erdbahn liegt. Der sonnenfernste Punkt (Aphel) liegt hingegen etwas außerhalb der Bahn des Planeten Jupiters. Daher wird er als kurzperiodischer Komet der Jupiter-Familie bezeichnet. Da er der Erde relativ nah kommt, kann man annehmen, dass er auch Sternschnuppen erzeugen kann. Dies ist in der Tat der Fall, da er der Mutterkörper des im Oktober auftretenden Meteorstroms der Draconiden ist.

Dieser Komet wurde sogar schon einmal aus der Nähe erforscht: am 11. September 1985 flog die Raumsonde International Cometary Explorer (ICE) nur 7.800 km vom Kometenkopf entfernt durch den Schweif. Dieses Manöver wurde damals zum ersten Mal durchgeführt. So konnte die Interaktion des Sonnenwindes und des interplanetarischen Magnetfeldes auf den Kometenschweif genauer untersucht werden. Es wurde damals festgestellt, dass der Einflussbereich eines Kometen größer war, als angenommen, und dass das Magnetfeld des Sonnenwindes die Richtung wechselte, als die Sonde die Mitte des Schweifs passierte.

Der Komet selbst ist recht schnell am Himmel unterwegs, wie auch die Aufnahme unterstreicht, die auf den Kometenkern gestackt wurde. Der Bereich der inneren Koma scheint durch Staub dominiert zu werden, der durch seine hohe Dichte das Sonnenlicht reflektiert. Dadurch scheint die grünliche Koma nur an der Spitze hervorzutreten, während der Schweif selbst komplett weiß erscheint. Auch scheint in Bewegungsrichtung ein sich öffnender Lichtfächer vorauszueilen. Da der Komet erst am 10. September durch sein Perihel geht, ist mit weiteren Veränderungen des Schweifes zu rechnen, die sich in Ausbrüchen der Koma oder eines ausgeprägten Gasschweifes äußern könnten. Bei dieser Aufnahme vom 16. August erreichte der Komet bereits eine Helligkeit von ca. +8,0 mag. Diese soll sich bis zum 10. September noch auf +7.0 mag erhöhen - man darf gespannt sein.     

Aufnahmedaten: Celestron C11 SC XLT, HyperStar für C11 - FlatField Adapter, Öffnungsverhältnis: 1/2, Brennweite: 560 mm, Autoguiding: Lacerta M-GEN V2, Kamera: ZWOptical A.S.I.071MCpro, Filter: IDAS-Nebelfilter LPS-P2-48 2" von Hutech, Dunkelbilder: 50, Flatframes: 50, Biasframes: 50, Dithering: Square Snake mit 5 px, Belichtung pro Bild: 60 sec, Gain: 0 (Highest Dynamic Range), Bildanzahl: 120, Aufnahmesoftware: AstroPhotography Tool (APT), Version 3.53          

© Text und Foto: Dr. Kai-Oliver Detken (AVL)